Erfahrungsaustausch

Viele Wege Damanhur kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen

Erd-Charta

Damanhur befürwortet und unterstützt die Erdcharta

Im Jahr 2007 wurde Damanhur von der Erdcharta-Initiative als eine Modellgemeinschaft anerkannt. Die Rolle der Erd-Charta ist es, den Übergang zu einer nachhaltigen Lebensweise sowie einer Gesellschaft zu fördern, die auf einer gemeinsamen Ethik gegründet ist, die die Achtung und die Aufmerksamkeit für das Gemeinschaftsleben, die ökologische Integrität, universelle Menschenrechte, Respekt für Vielfalt, ökonomische Gerechtigkeit, Demokratie und eine Friedenskultur mit einschließt. Im gleichen Jahr verkündete Damanhur öffentlich seine Unterstützung für die Charta, da sie viele der gleichen Prinzipien beinhaltet, auf die unsere Föderation gegründet ist. Um diese offizielle Partnerschaft anzuerkennen, schrieben Ruud Lubbers, ein Gründer der Erd-Charta und ehemaliger Premierminister von Holland und Ashok Khosla, Präsident der Internationalen Vereinigung für die Erhaltung der Natur folgendes Beitrittsdokument:

Damanhur ist Harmonie. Es ist heiter. Es ist schön. Wir sind bewegt und verzaubert von diesem Denkmal des menschlichen Geistes und dem wundervollen Beitrag zum Kosmos und allen Wundern des Lebens. Unsere Reise in die Verschwiegenheit der Berge brachte uns auch in Kontakt mit uns Selbst, mit unserem inneren Gefühl und mit unserem Platz in der Schöpfung. Die Künstler haben spirituelle Werte in klare Ideen und Formen verwandelt und zeigten uns die Vielfalt der Menschen und Zivilisationen über die Jahrhunderte hinweg. Örtliche Kunsthandwerker meißelten Form und Substanz in lebhafte Objekte und brachten mit Licht und Klang Leben in sie. Und hier, mit der Erd-Charta, werden wir uns bewusst, dass wir inmitten einer großartigen Vielfalt von Kulturen und Lebensformen eine einzigartige menschliche Familie sind, eine einzige Erden-Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Bestimmung. Lasst unsere Generation eine Zeit sein, die im Gedächtnis bleibt als eine Zeit des Erwachens einer neuen Ehrerbietung für das Leben, der starken Entschlossenheit, Nachhaltigkeit zu erreichen, der Beschleunigung des Kampfes für Gerechtigkeit und Frieden und eines Freudenfestes des Lebens.

Die Erd-Charta ist eine „Erklärung von grundlegenden Prinzipien für den Aufbau einer gerechten, nachhaltigen und friedvollen globalen Gemeinschaft im 21. Jahrhundert.“ Sie wurde im Jahre 2000 nach Jahren der Beratung mit Organisationen verschiedenster Niveaus rund um die Welt geschrieben. Über die Präsentation bei der Unesco fand die Charta internationale Verbreitung und erlangte die Unterstützung von Regierungen und Staatsoberhäuptern, internationalen und nationalen Organisationen, Universitäten und tausenden von Individuen. Jetzt ersuchen die Unterstützer der Erdcharta die Vereinten Nationen darum, die Charta mit dem Status eines „Soft Law“ (nichtverbindliche Übereinkunft) zu verbinden, um als Referenzdokument für internationales und nationales Recht zu dienen, wie es bereits mit der Universellen Erklärung zu den Menschenrechten geschehen ist. Die Charta würdigt die gegenseitige Verbindung aller Lebensformen und präsentiert eine generationenübergreifende Perspektive, die sowohl die Rechte der zukünftigen Generationen als auch die des Planeten wertschätzt. Darüberhinaus erklärt die Erd-Charta Spiritualität zum unverzichtbaren Element bei der Aktivierung ethischer Werte, die eine Veränderung herbeiführen können. Spiritualität wird also nicht in Zusammenhang mit Religion gesehen, denn diese folgen oft Prinzipien, die eine friedvolle und nachhaltige Lebensweise nicht unterstützen. Spiritualität wird auch nicht als etwas gesehen, was man nur im Privaten praktiziert; Spiritualität ist eher ein Wert, der dazu dient, neue und gerechte Gesellschaften aufzubauen. Einer der Schlüsselpunkte der Charta ist der Traum von einer gerechteren Welt und die Verwirklichung einer globalen Governance (Lenkungsform). In den letzten Jahrzehnten hat sich die Regierungsgewalt und das Management beständig vom Staat wegbewegt in Richtung der Geschäftswelt und der zivilen Gesellschaft. Diese Komponenten der Gesellschaft tragen nun die Verantwortung, zusammenzuarbeiten und Lösungen für neue globale Herausforderungen zu finden. In dieser Hinsicht ist Damanhur ein seltenes Beispiel eines direkten und verantwortungsvollen zivilen Engagements.