Leben in Gemeinschaft

Eine weltoffene Föderation spiritueller Gemeinschaften

Ökonomie & Arbeit
Ökonomisches System

Großes Gemeineigentum aller Bürger

Im Laufe der 40 Jahre, seit Gründung der Gemeinschaft, hat sich die wirtschaftliche Struktur von Damanhur viele Male geändert. In den ersten 10 Jahren entschlossen sich die Bürger dazu, das individuelle Einkommen mit allen zu teilen, indem sie Gelder in einen gemeinsamen Fonds einfließen ließen, um damit Grundstücke und Häuser zu kaufen. Diese Überlegung ermöglichte die Basis für eine Entwicklung der Gemeinschaft und auch den Beginn der Arbeiten am Tempel der Menschheit.
Nach dieser ersten, unverzichtbaren Phase hat man beschlossen, dass jeder seine wirtschaftlichen Ressourcen selber verwalten sollte. Auf diese Weise erhielt jede Person den Anreiz, das individuelle Potenzial zum Ausdruck zu bringen, um auf persönliche wirtschaftliche Ressourcen zurückgreifen zu können.
Heute ist Damanhur ein großes Gemeineigentum, das von allen Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam verwaltet wird.
Jede Gemeinschaft ist wie eine große Familie aufgebaut, in der sich jeder an den Ausgaben beteiligt, Menschen in Not seinen Möglichkeiten entsprechend unterstützt und gleichzeitig zu den wichtigen Projekten der Föderation, wie zum Beispiel Schule und Tempel der Menschheit, beisteuert.
Um kollektives Eigentum am gesamten Immobilienvermögen der Föderation haben zu können, schufen die Damanhurianer eine Wohngenossenschaft, genannt Atalji, die das Land und die Häuser der Gemeinschaften besitzt. Das wirtschaftliche Vermögen wuchs im Laufe der Zeit und Atalji investierte in den Erwerb neuer Grundstücke und vor allem in die Renovierung alter Häuser. Jeder Bürger ist Teilhaber in diesem Verein und kann seine Anteile zurückziehen, wenn er sich entscheidet, die Bürgerschaft aufzugeben oder wenn eine unerwartete Notwendigkeit dies erfordert.
Neben Atalji existiert noch eine Genossenschaft namens Punto Verde als Eigentümer aller Einrichtungen und Grundstücke, die für die Landwirtschaft und Viehzucht der Gemeinschaft genutzt werden.

Der Credito

Ein komplementäres Zahlungsmittel parallel zum Euro

Der Credito ist Damanhurs komplementäres Zahlungsmittel. Das Ziel der Gemeinschaft bei der Prägung der Münzen war, eine neue Form von Wirtschaft zu etablieren, die auf den ethischen Werten von Zusammenarbeit und Solidarität basiert. Das alternative Zahlungsmittel hat einen hohen ideellen Wert und wurde entwickelt, um dem Geld seine ursprüngliche Bedeutung zurückzugeben, nämlich, dass es ein Mittel ist, um den Tauschhandel auf der Grundlage einer gemeinsamen Vereinbarung zu erleichtern. Aus diesem Grund spricht man auch von „Credito“, um uns daran zu erinnern, dass das Geld nur ein Instrument ist, mit dem wir "Kredit" gewähren, also Vertrauen. Dieses Zahlungsmittel würdigt das Konzept des Geldes an sich, es sollte jedoch bedacht werden, dass es nicht zum Ziel des Besitzens zweckentfremdet werden soll, sondern dass Geld nur ein funktionales Werkzeug für den Tausch zwischen Personen ist, die gemeinsame Ideale und Werte teilen. Technisch gesehen ist der Credito eine funktionale Rechnungseinheit, die innerhalb eines standardisierten Umfeldes aktiv eingesetzt wird. Heute hat der Credito den gleichen Wert wie der Euro. In Übereinstimmung mit den geltenden italienischen Gesetzen und den Verwaltungsvorschriften für die einzelnen Gewerbe ist es in allen in Damanhur gegenwärtigen wirtschaftlichen Unternehmen möglich und von Vorteil, mit dem Credito zu bezahlen und somit seinen Umlauf als internes Tauschmittel anzuregen. Nach der Ankunft in Damanhur ist es für Gäste und Freunde möglich, Geld im Welcome Office oder an den Wechselautomaten auf dem Territorium umzutauschen. Crediti, die möglicherweise nicht verwendet werden konnten, können jederzeit in Euro zurückgewechselt werden.
50 Credito, eine Silbermünze im Wert von 50 Euro, erhielt durch "Red Exhibitions Italia" und die Zeitschrift "GraphCreative" den Preis "Bulino d'Oro 2006" für Design und Implementierung.

Damanhurs Firmen

Viele Firmen in verschiedenen Berufsfeldern

Die Damanhurianer haben viele Firmen gegründet, unter anderem in den Bereichen Kunst und Kunsthandwerk, Planung, Konstruktion, erneuerbare Energien, Design, Ernährung und Verlagswesen. Der gemeinsame Nenner aller damanhurianischen Firmen ist die Vision von Arbeit als Mittel zur spirituellen Verfeinerung, das Anbieten der eigenen Fähigkeiten an die anderen, die kreative Dimension und die Wahl von Materialien und Arbeitsprozessen, die einen geringen Grad an Umweltbelastung haben.
Viele Firmen befinden sich in der Damanhur Crea, in der ehemaligen Olivetti Fabrik in Vidracco. Das Konferenz-Zentrum in Damanhur Crea wurde nach Adriano Olivetti benannt, um die Ähnlichkeit mit seiner weitsichtigen unternehmerischen Vorstellung zu betonen.
Damanhurs Firmen sind nicht nur für die Menschen in der Gemeinschaft gedacht. Sie dienen auch der breiten Öffentlichkeit, die diese Vitalität, Qualität und Vielfalt an Initiativen in der grünen Landschaft des Valchiusella zu schätzen weiß. Die Anwesenheit so vieler Firmen ist von entscheidender Bedeutung für eine gute Lebensqualität der Menschen in der Region. Dank dieser Aktivitäten profitiert die lokale Bevölkerung von zahlreichen Dienstleistungen: der Poliklinik, dem Supermarkt mit biologischen Lebensmitteln, dem Bio-Restaurant, den Kunst und Kunsthandwerk-Studios und dem Haarstudio. Die meisten Mitarbeiter in der Damanhur Crea sind Bürger Damanhurs. Es gibt aber auch zahlreiche Kooperationen mit lokalen Unternehmen, freiberuflich Tätigen und Handwerkern. Viele damanhurianische Bürger arbeiten in ihren eigenen Firmen, während andere sich in professionellen Studios, Schulen, Fabriken, Krankenhäusern und in verschiedenen anderen Unternehmen in der Umgebung engagieren.