Spiritualität in Damanhur

Wiedererwecken unseres eigenen göttlichen Funkens

Magie und Theurgie
Sprache der Rituale

Ein System zur Kommunikation mit allen Lebensformen

Der Mensch hat schon immer die Kommunikation mit subtilen und göttlichen Kräften gesucht. Von den Mythologien des klassischen Pantheons bis zur literarischen Beschreibung der Welt der Naturwesen manifestiert sich unser Wunsch, mit diesen Wesen und höheren Intelligenzen in Kontakt zu treten. In Damanhur bezeichnen wir den Dialog mit diesen Kräften als Magie. In diesem Sinne meint Magie nicht, dass wir außerordentliche Dinge tun oder die Naturgesetze auf den Kopf stellen, sondern meint das Wissen, wie jeder persönlich mit den universellen Gesetzen des Lebens in all seinen Erscheinungsformen in Harmonie kommen kann. Die Meditationsschule als Einweihungsweg ermöglicht mittels Ritualen den Kontakt mit subtilen und göttlichen Kräften. Diese sind auserwählte Verbündete auf unserem Weg, den göttlichen Funken in einem jeden von uns wiederzuerwecken.
Rituale sind eine Art Sprache, die durch regelmäßige Wiederholung von Gesten, Gedanken und Worten immer mehr an Konsistenz gewinnen. Rituale werden durch die eigene Willenskraft verstärkt und haben auf die physische als auch feinstoffliche Welt Auswirkungen. "Beten" bedeutet in der spirituellen Philosophie Damanhurs einen Gedanken zu intensivieren, um ein beabsichtigtes Resultat anzuziehen. Im Kontakt mit der göttlichen Wirklichkeit geht es dabei um Aufmerksamkeit und Bewusstsein, anstatt um „Bittgebete“ oder “Gnade.”
In der damanhurianischen Spiritualität ist alles - einschließlich des Kontakts mit dem gesamten spirituellen Ökosystems - Anlass für Reflexion und Studium. Wir stützen uns dabei nicht auf dogmatische Sicherheiten, sondern auf direkte persönliche Erfahrung und unseren Willen konstant Forschung zu betreiben. Rituale, Meditation und Alchemie sind lediglich Wege, um die Mysterien des Lebens zu ergründen, unsere Rolle im Universum besser zu verstehen und jeden Tag weiter zu wachsen, indem wir unsere Wahrnehmung erweitern und unsere Sensibilität vertiefen.

Spirituelles Ökosystem

Göttliche Energie verteilt auf viele Erscheinungsformen

Gemäß der philosophischen Sichtweise Damanhurs existiert eine Vielzahl von Universen. Dasjenige, in dem wir leben, zeigt eine Vielfalt an Lebensformen und Materie, sowie eine Interaktion dieser Formen mit der Zeit auf. Diese fließt nicht linear von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft, sondern besteht eher in einer komplexen Geographie, in der verschiedene Zeiten und parallele Universen gleichzeitig präsent sind, so wie dies auch in der Quantenphysik angenommen wird.
Man geht davon aus, dass das Leben in diesem Universum in all seinen Manifestationen aus einer einzigen göttlichen Matrix hervorgeht. Diese Kraft ist größer als das Universum selbst. Sie muss sich, um in diese Welt der Formen eintreten zu können, in kleinere Kräfte zerteilen. Einige dieser Kräfte haben physische Form, andere nicht.
In Damanhur nennen wir diese ursprüngliche Kraft Primärgottheit Mensch. Alle Manifestationen ihrer Essenz in den materiellen, feinstofflichen und nichtmateriellen Ebenen bilden zusammen das, was allgemein spirituelles Ökosystem genannt wird.
Über die Jahrtausende hat der Mensch immer die Präsenz unterschiedlicher Mächte um sich herum gespürt. Deshalb fanden die Pantheons - die Götter aller Mythologien jeweils als Kollektiv betrachtet - Eingang in die Geschichte und schließen sogar die größten neuzeitlichen Religionen mit ein.
Kleinere Fragmente dieses Ursprungs sind die Naturwesen, die in den Legenden und Traditionen vieler Kulturen die Bewohner der Wälder, Quellen und Lichtungen sind.
Sogar Pflanzen und Tiere sind Manifestationen derselben göttlichen Natur. Einige Wesen, auch der Mensch, sind “Brückenformen”, mit der Fähigkeit die materielle Ebene mit der spirituellen zu verbinden. Brückenformen sind Träger des göttlichen Funkens. Wenn dieser erweckt wird, hat er die Macht verschiedene Ebenen der Existenz wieder zu vereinigen.
Die Beziehung zwischen Mensch und Gott wird alsBündnis, nicht als Unterwerfung gedacht, denn beide sind von derselben göttlichen Natur durchdrungen.
Die philosophische Sichtweise Damanhurs besagt, dass die menschliche Evolution an die Evolution ihrer Götter gebunden ist und umgekehrt, wie auch an das vielfältige Tier- und Pflanzenleben und das Leben des Planeten als Ganzes. Spirituelle Evolution bedeutet in Damanhur die Vereinigung aller Aspekte der Existenz, wobei die jeweiligen charakteristischen Unterschiede respektiert werden.
In Damanhur repräsentiert die höchste Beziehung zwischen den Menschen und dem Göttlichen die „Triade“. In ihr sind die Gottheiten aller Völker der Erde, die bis jetzt Trennung und Konflikt bewirkt haben, in absoluter Harmonie verbunden. Diejenigen, die ähnliche Mythen und Charakteristiken haben, sind miteinander vereint. Damit wird ein neues globales Bündnis zwischen Menschheit und Göttlichem gestärkt, das - statt Trennung durch die unterschiedlichen Glaubensrichtungen – Bewusstheit und ein Gefühl der Verbundenheit zwischen den Menschen schafft.

Das Orakel

Die Weissagung zu Vollmond

Zu jeder Vollmondnacht findet im Offenen Tempel von Damjl das Orakel-Ritual statt. Die Zeit des Vollmonds ist allgemein bekannt als ein Moment, der die persönliche Medialität klärt und verstärkt und so wird es möglich Intuitionen, Ideen und Antworten zusammenzutragen, die wir mit Hilfe der göttlichen Kräfte, die sich bei Vollmond für die Kommunikation mit uns öffnen, erhalten. Wir erleben einen Augenblick, in dem deutlich mehr Menschen als gewöhnlich besonders aufnahmefähig sind für Mitteilungen und Hinweise aus dem „spirituellen Ökosystem“. Wer am Orakelritual teilnimmt, kann dies einfach als Zuschauer tun, oder auch diese mit dem Vollmond verbundene Öffnung der Synchronizität für sich nutzen. Die Besonderheit des Orakel von Damanhur ist, dass es mit allen Orakel- und Weissagungssystemen der Vergangenheit verbunden ist. Diese waren und sind immer noch Gegenstand intensiver Forschungen einer Gruppe in Damanhur, die zugleich durch das damanhurianische Ritual führt, um so eine Brücke zwischen unserem materiellen Bereich und den unterschiedlichen Verzweigungen in mögliche „Zukünfte“ zu schaffen. Das Orakel ist eine Art Antenne zwischen unserer Dimension und weiter ausgedehnten und scheinbar weit entfernten Wirklichkeiten. Es ist gewissermaßen ein Hineinspähen in der Zeit, wodurch es möglich wird, Zeichen und Hinweise zu erhalten, sowohl für die Entfaltung des eigenen Entwicklungswegs, als auch zu persönlichen und kollektiven Entscheidungen. Zwischen den Mondphasen kann man eine Frage an die Orakelkräfte stellen und lässt sie den Pythien zukommen, der Gruppe also, die auf mediale Art eine Antwort erarbeiten wird, die speziell der fragenden Person gewidmet ist. Die Antwort wird während einem der folgenden Orakelrituale, auf einem Kastanienblatt niedergeschrieben, übergeben. Die rituelle Feier des Orakels findet in seiner öffentlichen Phase im Freien statt, in der Gegenwart vieler Damanhurianer und Gäste, die daran teilnehmen wollen, begleitet von den rhythmischen Klängen der Musiker und den Bewegungen des Heiligen Tanzes

Alchemie

Ein alter, überlieferter Weg zur persönlichen Transformation

Viele rituelle Sprachen können für die Kommunikation mit den Kräften der Natur benutzt werden. Eine dieser Techniken ist die Alchemie, für die Falco Tarassaco einen ursprünglichen Entwurf vermittelte, der auf der Idee der lebendigen Kräfte und der verloschenen Kräfte“ basierte. Lebendige Kräfte sind die, die sich auf Emotionen und Erfahrungen von Personen beziehen, während verloschene Kräfte die Naturelemente betreffen. Es werden nie Froschschwänze oder Fledermausflügel benutzt, nicht nur, weil sie schwer zu finden sind, sondern weil sogar in einem verzauberten Land wie Damanhur Realität eine Sache ist und Imagination eine andere...
Das Konzept der Alchemie in Damanhur umfasst sowohl persönliche Transformation als auch Transmutation von Materie, indem verschiedene Elemente bewusst und geschickt kombiniert werden. Damanhurianische Alchemie basiert auf kontinuierlichem Üben und Experimentieren, individuellen Emotionen, Erinnerungen und Gedanken. Das Ziel ist immer, Bedingungen für persönliches Wachstum zu schaffen. Um in Kontakt mit der Zeit und den Wesenheiten der Natur zu treten, benützen wir in Damanhur präparierte Instrumente, gehen Steinkreise und sammeln reine Elemente (Luft, Wasser, Erde, Feuer). In der Vision von Damanhur fließt Zeit nicht linear von der Vergangenheit, über die Gegenwart zur Zukunft, sondern entspricht eher einer komplexen Geographie, die die Gleichzeitigkeit von verschiedenen Zeiten und parallelen Universen miteinschließt.
Alchemie wird sowohl individuell als auch kollektiv praktiziert, da nach damanhurianischer Auffassung das Vergleichen und Mitteilen unserer Forschungsergebnisse uns hilft, unsere eigene Vision zu erweitern. 
Falco Tarassaco hat sein Wissen immer allen zugänglich gemacht, die diese Themen tiefer erforschen wollten. Die Forschung die er betrieb, Alchemie eingeschlossen, wird über Kurse und Schulen an der Damanhur University zugänglich gemacht.